Unabhängig vom Wetter stehen diese Accessoires im Style-Vordergrund: Schals und Tücher. Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, einen warmen Hals zu haben - die Textilien bieten sich als gestalterische Spielwiese an. Ob verspielte Federboa, selbstgestrickt aus grober Wolle oder feine weiße Seide für die Opern-Gala - der Wahl von Material und Verarbeitung sind kaum Grenzen gesetzt. Zusätzlich liefert die Flächigkeit Raum nicht nur für die unterschiedlichsten Muster, sondern auch für Statements aller Art: mit dem Palästinensertuch geht es auf die Demo, mit dem vereinswappengezierten Fan-Schal ins Fußballstadion. Ein Accessoire, hunderte Trageweisen.



Vom unifarbenen Basic-Piece für den Alltag zum extravaganten Designerstück: sommerliche Tücher sind wahre Multitalente. Lassen Sie sich von Grace Kelly inspirieren, die Seidentücher gern als elegante Armschlinge trug, oder machen Sie es wie Audrey Hepburn und nutzen sie ein Tuch als ausdrucksstarkes Haarband. Besonders angesagt sind sie diese Saison als Charms - verspielte Akzente an der Handtasche.
Aus Kaschmir in die weite Welt
Ursprünglich stammen Schals aus dem nordindischen Hochland und wurden nicht, wie heute meist üblich, nur um den Hals getragen, sondern um den ganzen Oberkörper geschlungen. Im späten Mittelalter waren sie kein Massenprodukt, sondern aufgrund ihrer aufwändigen Machart mit großflächigen Mustern dem Adel vorbehalten. Erst mit der Kolonisierung Indiens durch die Engländer gelangten sie in größerer Zahl nach Europa und wurden schon bald durch hiesige Webereien nachgeahmt. Insbesondere das traditionelle Paisley-Muster darauf erfreute sich dank seiner dekorativen "Exotik" großer Beliebtheit in der viktorianischen Ära.
Von riesengroßen, fransenverzierten Quadraten auf das aktuell gängige, handliche Rechteck-Format schrumpfte der Schal erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Aufkommen des Damenmantels: jetzt musste nur noch der Bereich von Hals und Dekolleté mit ihm bedeckt werden. Auch Männer entdeckten den Schal nun mehr und mehr für sich, besonders jenen aus grobem Wollstrick, der sie im Ersten Weltkrieg warm gehalten hatte.
Die zunehmende Begeisterung für Wintersport sorgte ab den 20er Jahren für einen regelrechten Schal-Boom. Etwa zeitgleich kehrte das Textil langsam in die Haute Couture zurück, der es ja ursprünglich entstammte: 1937 fertigte Hermès den ersten seiner bis heute ikonischen Seidenschals. Dieses Nebeneinander von Pragmatismus und Luxus hat sich bis heute erhalten und macht den besonderen Reiz von Schals und Tüchern aus, denen ein klassisches Karomuster ebenso steht wie ein Comic-Motiv.


Neben der am weitesten verbreiteten Trageweise um den Hals gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten wie den lässigen, um die Schultern geschlungenen Poncho oder das vor kaltem Wind schützende Kopftuch. Eine Wissenschaft für sich ist dabei die Bindeweise: neben Standards wie dem einfachen Loop existieren dutzende Varianten von Knoten-, Schlaufen- und Faltkombinationen. Kaum ein Kleidungsstück ist so vielfältig - nehmen Sie die Herausforderung an?
Fantastische Fasern - eine kleine Übersicht
Für welches Material man sich am Ende entscheidet, hängt von vielen Faktoren ab: der Jahreszeit, der bevorzugten Haptik, aber natürlich auch der preislichen Ebene. Schauen wir uns also die verschiedenen Möglichkeiten und ihre Vor- und Nachteile einmal im Detail an.
Der wohl klassischste Grundstoff ist Kaschmir, das Haar der aus dem Himalaya stammenden Kaschmirziege. Die begehrte Unterwolle ist eines der feinsten Tierhaare überhaupt und begeistert mit seinen unvergleichlich weichen, wärmenden Eigenschaften bei erstaunlich niedrigem Gewicht. Da pro Tier jährlich nur etwa 150 Gramm Wolle abfallen, sind Schals aus Kaschmir ein luxuriöses Statussymbol, das seinen Preis hat und auch gewissenhafter Pflege bedarf.
Schaf- und Baumwolle wie auch Leinen sind zwar nicht ganz so warm wie Kaschmir, aber deutlich günstiger und als nachwachsende Naturfasern immer noch eine umweltfreundliche Wahl. Zwar verlangt Schafwolle (und besonders der edelste Vertreter, Merino) eine speziellere Reinigung als die sehr pflegeleichten Pflanzenfasern, dafür kommen auf ihr traditionelle Webmuster ausgesprochen gut zur Geltung.
Bei höheren Temperaturen ist Seide das Material der Wahl, da es auf der Haut einen leicht kühlenden Effekt hat. Sie wird aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen und ist ausgesprochen reißfest. Vor allem besticht sie durch die hohe Brillanz der Farben und die herrliche Haptik - nicht umsonst wird "seidig" auch in anderen Kontexten für weiche, fließende Texturen verwendet. Die fast völlige Knitterfreiheit sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Seide recht empfindlich ist und besonders unter dem Kontakt mit Wasser und hohen Abrieb leiden kann.
Kunstfasern gibt es wie Sand am Meer - Polyester, Elasthan, Polyacryl, Viskose und so weiter. Häufig werden sie untereinander kombiniert, um ihre jeweiligen Eigenschaften miteinander zu kombinieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: synthetische Fasern sind preisgünstig, strapazierfähig und pflegeleicht, zudem stets vegan.
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