Vegane Schuhe: Mehr als nur ein Trend?

Das Glück des kleinen Fußabdrucks

Alle reden über Veganismus - naja, vielleicht nicht alle, aber schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen in Deutschland bezeichnen sich mittlerweile als vegan. Sie essen keine Lebensmittel tierischen Ursprungs, meiden Kosmetik, die auf Tierversuchen basiert - und greifen auch immer öfter zu veganen Textilien.

Während das beim Pullover aus Baumwolle oder der Jacke aus Nylon relativ unkompliziert erscheint, ist es bei Schuhen so eine Sache - Leder ist nach wie vor ein sehr häufig eingesetztes Material. Aber selbst ohne wird es nicht unbedingt einfacher: gerade bei Sneakern werden statt einem oder zwei oft mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Rohstoffe verwendet. Genaue Zusammensetzung und Herkunft sind dabei für den Träger oft kaum nachvollziehbar. Werfen wir also mal einen genaueren Blick auf Veganimus und bringen ein wenig Licht ins grüne Dunkel.


Ein Anspruch, viele Perspektiven - worauf achten?

Häufig werden Schuhe deshalb für vegan gehalten, weil ihr Schaft nicht aus Leder gefertigt wurde. Dies ist aber nur einer von mehreren Bereichen, auf den der nachhaltige Konsument achten sollte. Ein weiterer sind Klebstoffe. Der Leim für konventionelle Schuhe wird häufig aus Häuten und Knochen hergestellt oder enthalten sonstige tierische Bestandteile wie Kasein. Auch Knöpfe aus Horn, Perlmutt oder Knochen sind nicht vegan.

Veganismus kann zudem mehr als nur diese eine Dimension haben: natürlich meint es zuerst, dass das Produkt frei von Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs ist. Viele Marken gehen in ihren Ansprüchen an sich selbst aber noch darüber hinaus: für sie verpflichtet das Label "vegan" auch zu Klimaneutralität und der Einhaltung hoher Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie fairen Löhnen in der Produktion. Vegane Schuhe erfüllen also im besten Fall drei Anforderungen:

  • Reduzierung von Emissionen

  • Verzicht auf Materialien tierischer Herkunft

  • soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern

Der Ansatz von stringentem Veganismus ist ganzheitlich. Das impliziert, dass Fast Fashion ehrlicherweise mit veganen Schuhen nicht vereinbar ist - lange Transportwege und schlechte Arbeitsbedingungen schaden der Umwelt genauso wie Massentierhaltung.

Greenwashing - Öko als Feigenblatt

Wie Sie sich sicherlich denken können, ist längst nicht überall auch "vegan" drin, wo es in dicken, hellgrünen Buchstaben draufsteht. Manche Hersteller springen auf den Zug auf, um mit dem Versprechen schnelles Geld zu machen. Zu diesem Zweck werden Konsumenten oft bewusst über die wahren Umweltfolgen ihrer Kaufentscheidung getäuscht oder zumindest im Unklaren gelassen. Für sie ist es denn häufig auch gar nicht so leicht, die Greenwashing-Strategien zu durchschauen, wie zum Beispiel

  • die Verwendung schwammiger Begriffe wie "ökologisch" oder "nachhaltig", ohne dies weiter auszuführen

  • das Werben mit der Verwendung von Mikroplastik aus den Ozeanen, auch wenn dies nur auf einen sehr geringen Anteil des Materials zutrifft

  • das Hervorkehren weniger umweltfreundlicher Maßnahmen mit sehr geringem Impact, während gleichzeitig zahlreiche umweltschädliche Aspekte verschwiegen werden

  • das Werben mit selbst kreierten "Öko"-Labels, die bei genauerem Hinsehen gar nichts wirklich zertifizieren, sondern dem Verbraucher lediglich ein gutes Gewissen machen wollen

Vegan = Verzicht?

Die Gleichung, nach der Veganismus hauptsächlich mit Verzicht einhergeht, geht vor allem in der Schuhmode schon lange nicht mehr auf. Fake Fur ist mindestens so kuschelweich wie Echtpelz und Lederimitat von Kalbleder optisch quasi nicht mehr zu unterscheiden.

Das wohl Wichtigste aber: vegan und modisch gehen mittlerweile Hand in Hand. Vorbei die Zeiten, in denen das Angebot an veganen Schuhe über zwei Paar wenig ansprechender "Öko-Latschen" nicht hinausreichte. Zur Wahrheit gehört natürlich, dass vegane Schuhe nicht für wenige Euro zu haben sind - sozial-ökologische Verantwortung zu Dumping-Preisen funktioniert nicht.

Aber natürlich ist es wie mit allen neuen Technologien: am Anfang sind sie aufgrund der Kosten für Forschung & Entwicklung noch recht hochpreisig, aber mit zunehmender Zahl an Trägern werden die Schuhe nach und nach günstiger. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich das Angebot bisher hauptsächlich Sneaker, Bequemschuhe und Sandalen erstreckt - viele klassische Modelle wie Pumps, Anzugschuhe oder Chelseas sucht man leider noch nahezu vergeblich.

Vegane Materialien: ein Überblick

  • Kunstleder. Sollte im besten Fall auf pflanzlicher und nicht auf chemischer Basis sein, um die Emissionen so gering wie möglich zu halten und biologisch abbaubar zu sein. Kann mittlerweile vollständig oder zumindest zum Teil aus verschiedensten Grundstoffen wie z.B. Pilzen, Kakteen, Ananas oder Äpfeln hergestellt werden.

  • Recyclingmaterial. Sorgt auf doppelte Weise für ein gutes Gewissen, da nicht nur Tierschutz gelebt, sondern bereits existierenden Materialien ein zweites Leben geschenkt wird, indem man sie erneut in den Kreislauf integriert. Besonders dann sinnvoll, wenn es bisher keine rein pflanzliche Lösung gibt. Viele Hersteller nutzen alte PET-Flaschen oder aus Meeren und Flüssen gefischtes Mikroplastik.

  • Naturfasern. Hier ist vor allem Baumwolle zu nennen, aber auch Leinen und Hanf. Anders als manche synthetische Materialien sind sie kaum mit Schadstoffen belastet und darum auch für Allergiker eine gute Wahl. Keine neuen, sondern lange bewährte Materialien, für die auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden kann. Zudem sehr schnell nachwachsend.

  • Kork. Ein wahres Wundermaterial, denn es ist nicht nur ein nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff, sondern auch von Natur aus sehr leicht, wasserabweisend, atmungsaktiv und geruchsneutral. Ebenso wie Naturfasern ist Kork hypoallergen, also besonders gut für Allergiker geeignet.

  • Gummi. Entweder aus PVC oder Naturkautschuk hergestellt, wobei letzterer sicherlich umweltfreundlicher ist. Nicht nur für den eigentlichen Gummistiefel geeignet, sondern mit seiner lederartigen Optik mittlerweile auch für klassische Winter- und Reitstiefel. Wasserdicht, haltbar und sehr resistent gegenüber schlechter Witterung.

Welche Brands stellen vegane Schuhe her?

Zahlreiche Marken haben mittlerweile erkannt, dass Kunden immer mehr Wert auf vegane Alternativen legen. Labels mit 100 % veganem Angebot sind jedoch immer noch die Ausnahme - dafür haben aber viele zumindest eine vegane Linie im Angebot. Beispiele sind etwa Veja, Birkenstock, Adidas, Dr. Martens oder Lunge. Das hat für Konsumenten den Vorteil, dass sie auf bekannte Modelle zurückgreifen können und sich nicht auf ein "rein veganes" Design beschränken müssen.

Einen ähnlichen Weg gehen auch wir bei Zumnorde. Wir bauen unser Angebot an veganen Schuhen ständig aus, um Ihnen attraktive Alternativen zu konventioneller Schuhmode bieten zu können. Auch den weiteren Kategorien der Nachhaltigkeit fühlen wir uns seit jeher verpflichtet. Deswegen setzen wir auf hochwertige, langlebige Produkte, arbeiten mehrheitlich mit in Europa produzierenden Herstellern und versenden CO2-neutral.

Einkaufen im Einklang mit der Natur? Bei Zumnorde kein Problem! Stöbern Sie doch mal ein bisschen in unserer stetig wachsenden Auswahl veganer Schuhmodelle.

Vegane Vielfalt im Onlineshop entdecken
Einkaufen im Einklang mit der Natur? Bei Zumnorde kein Problem! Stöbern Sie doch mal ein bisschen in unserer stetig wachsenden Auswahl veganer Schuhmodelle. hero image