Alles Retro oder was!? - Vol. 4: Kitten Heels

Das Kätzchen unter den Absätzen

Die 50er Jahre, Zeit von frischem Wind in Freizeit und Mode? Ja, aber nicht für alle: weil Minderjährige keinen Zugang zu normalen Bars hatten, in denen Alkohol ausgeschenkt wurde, entstanden Bars nur mit Softgetränken im Angebot, wo man trotzdem die neueste Musik hören, tanzen und flirten konnte.

Kitten Heels sind quasi das modische Pendant zu diesen Milchbars: Jugendliche wollten sich gern so kleiden wie ihre älteren Vorbilder aus Funk und Fernsehen. Aber die hohen Absätze der erwachsenen Damen galten für Teenagerinnen als unschicklich. Um nicht verzichten zu müssen, ging man erneut einen Kompromiss ein, indem man quasi eine Light-Version der High Heels nutzte.

Nun hatten zwar die Teenager Schuhe für ihre ersten Gehversuche auf Absätzen. Und auch ältere Damen schätzten den vergleichsweise hohen Komfort, den Kitten Heels boten, ohne dass sie auf ein elegantes Erscheinungsbild hätten verzichten müssen. Aber mit diesen beiden Zielgruppen war der Absatz alles andere als cool.

Ein Trend wird erwachsen

Das sollte sich ändern, als in den 60ern Filmikone Audrey Hepburn ihn in "Frühstück bei Tiffanys" trug - plötzlich wollte jede Frau ein Modell mit dem lange belächelten Mini-Absatz. In der Folgezeit avancierte er besonders unter First Ladies und weiblichen Royals zum bevorzugten Schuhwerk.

Allmählich erhielt er auch seine finale Form: zwar existiert keine verbindliche Definition, landläufig gilt aber ein trichterförmiger Pfennigabsatz mit einer Höhe zwischen drei und höchstens fünf Zentimetern als Kitten Heel.

Eine zweite Welle löste um die Jahrtausendwende "Sex and the City" aus: nach den lässigen 90ern war Absatz wieder in. Und da nicht jede Frau wie Carrie Bradshaw rund um die Uhr Stilettos tragen kann, nahmen Stardesigner wie Manolo Blahnik, Louboutin oder Dior den Kitten Heel dankbar in ihre Kollektionen auf.

Kitten Heels finden sich nicht mehr nur an Pumps und Slingbacks, sondern längst auch an Stiefeletten, Sandalen und Slippern.

Kitten Heels finden sich nicht mehr nur an Pumps und Slingbacks, sondern längst auch an Stiefeletten, Sandalen und Slippern. hero image

Kleiner Absatz, große Möglichkeiten

Nicht flach, aber auch nicht wirklich hoch: Kitten Heels sind die perfekte Wahl für alle, die im Alltag viel auf den Beinen sind, dabei aber eine stilvolle Alternative zu Sneakern oder Loafern suchen. Modische Pluspunkte: der Absatz streckt optisch die Silhouette und sorgt für einen femininen Gang.

Hier ein paar Stylingtipps, die beweisen, dass Kitten Heels von konservativ über preppy bis Boho in jeden Kleidungsstil passen:

  • Casual. Wer Kitten Heels beim Stadtbummel oder beim Aperitif mit Freunden in der Bar tragen möchte, wählt am besten ein lässiges Modell aus Veloursleder. Dazu passen Jeans oder Midi- und Maxiröcke.

  • Business. Im Büro lassen sich die Absätze gut mit Hosenanzug oder einem weit geschnittenen Blazer. Wer hier eher gedeckte Farben trägt, kann mit dem Schuh gut einen Akzent setzen und zu satten Farbtönen wie etwa einem kraftvollen Lackrot greifen.

  • Party. In Kitten Heels kann man sich ruhig aufs Tanzparkett trauen, und zum kleinen Schwarzen machen sich metallicfarbene Modelle besonders gut.

  • Festlich. Zum Abendkleid wirken spitz zulaufende Modelle angemessen edel, ganz besonders, wenn es zusätzlich Details wie grazile Schnallenriemchen hat.

Sie haben zwar das Kätzchen im Namen - auf leisen Sohlen ist man damit dennoch nicht unterwegs, denn Kitten Heels stehen für selbstbewusste und dennoch entspannte Weiblichkeit.

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Sie haben zwar das Kätzchen im Namen - auf leisen Sohlen ist man damit dennoch nicht unterwegs, denn Kitten Heels stehen für selbstbewusste und dennoch entspannte Weiblichkeit. hero image