Auf See geboren
Viele heute beliebte Schuhmodelle sind irgendwann mal aus praktischen - und keineswegs modischen - Gründen erfunden worden. Auch Paul Sperry war wohl kaum von ausgeprägtem Stilbewusstsein bewegt, als er 1935 mit dem "Top-Sider" das entwickelte, was wir heute als Bootsschuh kennen.
Einer Legende zufolge ist er von einem Haustier inspiriert: während Sperry auf dem nassen Boot öfter ausrutschte und ins Wasser fiel, war sein Cocker Spaniel Prince stets trittsicher unterwegs. Das feine, fischgrätenähnliche Profil der Schuhe, dass Sperry zunächst mit einer Rasierklinge hineinritzte, orientierte sich daher an den natürlichen Rillen in den Pfoten des Hundes.
Sperry hatte das Glück, dass durch den Zweiten Weltkrieg eine große Menge Matrosen der US Navy mit Ausrüstung versehen werden mussten. Der in Mokassinmachart gefertigte Schuh war unter den Seeleuten dank seiner sowohl funktionalen als auch bequemen Eigenschaften schnell sehr beliebt.
In den 60ern wurden sie von der Upper Class adaptiert. Insbesondere der in den Medien dauerpräsente Kennedy-Clan trug sie gern in der Freizeit und sorgte dafür, dass sich die Schuhe schnell an elitären Colleges in Neuengland verbreiteten.
Eine Yacht müssen Sie heutzutage aber nicht mehr besitzen, um sich in den Kult-Modellen von Timberland und Co. wohlzufühlen. Aktuelle Segelschuhe sind nämlich ganz nebenbei wahre Hightech-Produkte, die mit dem fast 100 Jahre alten Klassiker optisch rein gar nichts mehr gemein haben.







